Psychobillys, Verschobenes Erbe des Rockabilly?



Die Subkultur der Pychobillys entstand im Zuge einer der vielen musikalischen Reformen, Anfang der achtziger Jahre und ist eine direkte Weiterentwicklung beziehungsweise Antwort auf die Musik des Rockabilly. Daraus entwickelte sich eine ganze Bewegung, die zahlreiche Anhänger mit sich zog. Kern der Szene war die Musik, die den alten Stil der sechziger Jahre mit dem damaligen Punk vermischten und so ein schnell gespieltes Ventil für die vorherrschenden Probleme entstand. Der Name der Bewegung wurde aus einem Johnny Cash Song gewählt, in dem er seinen ?Psychobilly Cadillac? besingt. Doch der Name sollte auch zu einer Art Philosophie der Bewegung werden, denn die Texte und Themen der Anhänger handelten eher von Horrorfilmen, Geschichten und Monster, als von Politik und Wirtschaft. Damit wurden die Psychobillys zu einer Politik abweisenden Subkultur, deren Bestand vor allem durch Gruppenzugehörigkeit etabliert wurde.

Ursprünge mit Elvis Presley

Die Wurzeln dieser achtziger Jahre Bewegung sind in erster Linie bei der Rockabilly Welle zu suchen, die ihre Ursprünge in den USA der fünfziger Jahre hat. Diese Welle besteht aus einer bestimmten Art der Musik, da Rockabilly eine Spielart des Rock N Roll ist, bei der die Country Einflüsse der weißen amerikanischen Musik mit den schwarzen Rythm & Blues Teilen vermischt wurden. Die damalige USA war ebenso wie Europa  wenn auch nicht in der selben Form  im Wandel und Brandherd ständiger Unruhen. Grund dafür waren insbesondere die Rassentrennung zwischen weißen und schwarzen Menschen. Diese hatte als natürliche Konsequenz auch die Trennung der verschiedenen Musikstile. Da es zu dieser Zeit aber kein besonderen Stil der Jugend gab, bediente man sich voller Freude dem neuen Aufkommen des Rockabillys, das Einflüsse verschiedener Kulturen vereinte. Ein Grund auch dafür, weshalb Elvis Presley  der offiziell den ersten Rockabilly Song veröffentlicht hat  so beliebt war. Er verband den weißen Country mit einer kräftigen Blues Stimme, was der Jugend dieser Zeit sehr entgegen kam. Damit waren die Musik und deren Anhänger nicht nur die Urväter der Psychobillys, sondern auch des Rock N Roll und den daraus resultierenden Musikvarianten.

Besonders die frühe Phase des Rockabilly war eine rein amerikanische Sache, die sich vorwiegend im Süden der USA abspielte. Doch mit Anfang der achtziger Jahre durchlief diese Bewegung und Musikart ein Revival, das sich stark an das Original hielt. Damit war auch der Grundstein der Psychobilly Bewegung gelegt, als direkte Antwort des Revivals. Während Rockabilly eine von Texten und Spielarten fröhliche Musik ist, entstand mit Psychobilly ein entgegengesetztes Bild. Ebenso wie das Original kümmerte man sich nicht um Politik und Wirtschaft, dafür fielen die Texte aber sehr psychedelisch aus und handelten von Horrorthemen und Szenarien. Auch die Musik selbst verfiel dieser Art des Denkens: Die Einflüsse von Country und Rythm & Blues wurden mit dem aufkeimenen Punk vermischt, sodass eine schnelle, wilde Musik dabei entstand.

Die neue Subkultur

Während in den fünfziger Jahren Rockabilly mehr eine Jugendkultur ohne weitere Alternativen war, wurde Psychobilly zu einer waschechten Subkultur, die ihre Nische zwischen den vielen anderen Bewegungen finden musste. Die Anhänger verband besonders das Interesse an der Musik und verschiedene Themen und Vorlieben. Diese waren vor allem das Thema Horror in verschiedensten Ausführungen, vom Film bis hin zu Comics. Damit waren die Psychobillys im Grunde zu lebensfreudig um Grufties zu sein, aber auch zu interessiert an manchen Themen, um sich den Punks anzuschließen. Dieses ganz eigene Lebensgefühl erhielten sich die Anhänger bis heute. Zwar gab es nie einen besonders hohen Anteil an Psychobillys, dafür aber sehr stetig und von den Mitgliedern liebevoll gepflegt.

Obwohl der Ursprung mit Rockabilly in den USA liegt, konnte sich die Bewegung der Psychobillys dort zunächst nie richtig durchsetzen. Dafür aber in anderen Teilen weltweit. Angefangen hat es  wie bei vielen anderen Subkulturen  in Großbritannien, schwappte dann aber allmählich nach Holland und Deutschland über, sodass auch nicht englische Bands diese Musik spielten und neue Anhänger fanden.

Mit Ende der neunziger Jahren kam ein neuerlicher Schub in die Bewegung, die diese Subkultur weltweit verbreitete. Schließlich entstanden Gruppierungen der Psychobillys sogar in Australien, Brasilien, Frankreich oder auch in Russland. Besonderes Merkmal dieser Phase zeigt sich auch darin, dass selbst die USA vom Psychobilly Fieber gepackt wurde. Ein Zeichen dafür, dass die Thematik allgegenwärtig für viele Jugendliche beliebt war.

Das Äußere eines Psychobillys hat sich kaum seit der Enstehung verändert, was vor allen Dingen an den Wurzeln der Subkultur liegt. Doch die Zusammenstellung der Kleidung erscheint wie eine Mischung verschiedener Bewegungen. So lassen sich im Stil der Psychobillys Lederjacken und Nietengürtel finden, die eigentlich typisch Punk sind. Aber auch Harrington und Donkey Jacken  wie bei den Mods  werden mit Vorzug getragen. DocMartens Stiefel gehören ebenso  genau wie Fred Perry Hemden  zur Kleidung der Psychobillys. Dazu spielt auch die Frisur eine wichtige Rolle. Diese erinnern häufig an die beliebten Schnitte der amerikanischen fünfziger Jahre. Accecoires runden das Gesamtbild ab. Hier vermischen sich Rockabilly typische Symbole wie Billardkugeln oder Flammen mit Horrorelemente, zu denen Totenschädel oder Kreuze gehören. Damit haben es die Psychobillys geschafft, ihre eigenes Modebild zu erschaffen, basierend auf bereits bestehender Kleidung, gemixt mit unterschiedlichen Elementen ihrer Interessen. Vor allem diese Mode, die das Lebensgefühl der Bewegung sehr gut einfängt, ist Grund, weshalb immer häufiger Jugendliche und andere an der Subkultur Gefallen finden und sich ihr mehr und weniger anschließen.

Weiterführende Links:

www.punk-gothic-hell.de

www.speedboots.de

http://de.wikipedia.org/wiki/Rockabilly

Http://de.wikipedia.org/wiki/Psychobilly

http://www.psychobilly-online.de/